Outreach News

Das Programm KiRAT (Kiel Real-Time Application Toolkit), das unter anderem für die Echtzeitverarbeitung und -darstellung von biomagnetischen Herzsignalen verwendet wird, soll nun auch von Schulklassen benutzt werden können. Hierfür sorgt ein Team aus Signalverarbeitung, Hochfrequenztechnik und Didaktik: Gemeinsam hat es eine Schülerversion des Programmes entwickelt, mit dem Schülerinnen und Schüler Herzsignale bearbeiten und filtern können. 

Die Fachausschüsse „Biosignale“ und „Magnetische Methoden in der Medizin“ der VDE fanden sich Anfang dieses Jahres bei einer Konferenz in Kiel zusammen. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung durch Mitglieder des SFBs, die eine Teilnahme der Doktorandin des SFB-Outreachprojektes ermöglichten. Inspiriert durch die Veranstaltung wird nun ein Konzept erarbeitet, das Schulklassen in Zukunft ermöglichen soll, gewinnbringend an wissenschaftlichen Konferenzen teilzunehmen.

Die Entwicklung und Durchführung eines Projekttages an der Kieler Forschungswerkstatt (KiFo), bei dem Oberstufenklassen einen Einblick in die Forschung des SFBs erhalten, das war das Ziel der Masterarbeit der Studentin Cara Broß. Im Zuge der Arbeit durchliefen drei Schulklassen einen Projekttag, bei dem sie den Weg eines magnetoelektrischen Sensors ausgehend von einem konkreten Anwendungsbezug bis hin zum Bau eines eigenen Prototyps verfolgten. Eine Evaluation des Projekttages zeigte, dass den Schülerinnen und Schülern insbesondere die Verknüpfung von aktueller Forschung, dem Anwendungsfeld der Herzsensorik und fachlichen Grundlagen verschiedener Naturwissenschaften gefiel. Eine Untersuchung des Interesses der teilnehmenden Jugendlichen bezüglich der Forschenden des SFBs ließ erkennen, dass die Schülerinnen und Schüler gerne mehr über die explizit forschenden Tätigkeiten im SFB erfahren würden und zudem reges Interesse an Aspekten der Berufsorientierung herrscht. Diese Erkenntnisse können bei einer Weiterentwicklung des Projekttages gewinnbringend eingesetzt werden und auch für die Gestaltung anderer Programme wegweisend sein. 

Im Zum vierten Mal hatte die Kiel Region am 27. September zur Nacht der Wissenschaft eingeladen und rund 13.000 Besucherinnen und Besucher kamen nach Rendsburg, Eckernförde, Plön, Preetz und Kiel. Dort boten über 40 Forschungseinrichtungen Mitmach-Experimente und Vorträge an, darunter auch viele KiNSIS-Mitglieder. Die Veranstaltung ist Teil der "European Researcher Night", die zeitgleich in mehr als 25 Ländern stattfand und von der EU-Kommission unterstützt wird. "Ich finde es hochspannend, was gerade in der Wissenschaft in der "Pipeline" ist", erklärte die 75-jährige Ingrid, die zum ersten Mal die Nacht der Wissenschaft besuchte und aus Kronshagen nach Kiel gekommen war. Am Stand des SFB 1261 machte sie mit einer VR-Brille einen 360-Grad-Rundgang durch das Nanolabor der CAU, in dem neuartige Magnetfeldsensoren für die medizinische Diagnostik entwickelt werden. "Das ist ja eine tolle Möglichkeit, um auch Jugendliche und Kinder für das Thema zu interessieren", so ihr Fazit zu dem virtuellen Format.

 

Unter dem Fokus der Berufsorientierung stand kürzlich ein besonderer Klassenausflug an die Technische Fakultät Kiel. Das zweite Jahr in Folge lud der Professor für digitale Signalverarbeitung und Systemtheorie (DSS) Gerhard Schmidt eine Schulklasse der Oberstufe ein. Ziel war es, Einblicke in die Forschungsfelder der Doktorandinnen und Doktoranden der Arbeitsgruppe zu geben und sich in diesem Kontext mit der eigenen Berufswahl auseinanderzusetzen. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem Besuch der DSS-Arbeitsgruppe an der Isarnwohld-Schule Gettorf. Dort spannten ein Vortrag und anschließende Erlebnisberichte zur persönlichen Berufsfindung den Rahmen für einen Gegenbesuch am folgenden Tag. An der Technischen Fakultät lernten die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen ausgewählte Forschungsbereiche der Arbeitsgruppe kennen, darunter auch die Magnetokardiographie als Teil des SFB-Forschungsprogramms. Die Veranstaltung stieß auf äußerst positive Resonanz seitens der Klasse und der Lehrkräfte. Mit an Bord war auch das Outreach-Team des SFB. Gemeinsam wird nun überlegt, wie man das Format weiterentwickeln kann.

Der Projekttag „Am Herzschlag der Forschung“, der die Forschung des SFBs für Schulklassen erfahrbar macht, wurde erstmals von einer 11. Klasse aus der Lernwerft Kiel in der Kieler Forschungswerkstatt erprobt. Die Schülerinnen und Schüler der Oberstufenklasse verfolgten in einer angeleiteten Stationsarbeit den Weg eines Sensors im SFB ausgehend von dem Anwendungskontext der Herzsensorik über die Eigenschaften der Sensormaterialien hin zum Bau eines eigenen Sensors. Die selbstgebauten Sensoren wurden am Ende des Tages getestet und für gut befunden. Das Fazit der Klasse lautete, die Thematik des SFBs sei interessant und motivierend. 

 

Bereits zum vierten Mal fand vom 17.-19.06. das European Symposium on Intelligent Materials in Kiel statt, organisiert vom SFB 1261, dem Graduiertenkolleg 2154 „Materials for Brain", der Forschungsgruppe FOR 2093 „Memristive Bauelemente für neuronale Systeme” und der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde (DGM). Auf der internationalen Konferenz diskutierten rund 120 Expertinnen und Experten über aktuelle Anwendungsmöglichkeiten und Zukunftstrends der Entwicklung von intelligenten Materialien, die sich selbstständig an ihre Umgebung anpassen und auf äußere Reize wie Licht, Temperatur, elektrische oder magnetische Felder oder chemische Veränderungen reagieren. Mitglieder des SFB präsentierten ihre aktuellen Forschungsergebnisse zu speziellen Sensoren zur Messung der Herz- und Gehirnaktivität. Neben Vorträgen und Posterpräsentationen bot die Touchstele des SFB allen Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmern Gelegenheit, sich über die Arbeit der Mitglieder zu informieren. 

Pressemitteilung der CAU vom 17.6.2019 

https://www.uni-kiel.de/de/universitaet/detailansicht/news/192-intelligentmaterials/

 

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