Meine erste Konferenz

Eine wissenschaftliche Konferenz zu dem Thema Biosignale, also eine Zusammenkunft von Forschenden, die sich über neuste technische Forschung für medizinische Anwendungen austauschen. Und ich darf dabei sein! Doch wie würde so eine Konferenz genau ablaufen? Wären die Teilnehmenden freundlich? Und würde ich Anschluss finden oder die ganze Zeit für mich alleine sitzen und nichts verstehen? Das waren Gedanken, die mir durch den Kopf gingen, als ich mich für meine erste wissenschaftliche Konferenz anmeldete. 

Ich habe naturwissenschaftliche Fächer auf Lehramt studiert. Während meines Studiums habe ich gelernt, dass es für Forschende unerlässlich ist, sich regelmäßig mit Kollegen auszutauschen und über ihre Forschung zu berichten. Dieser Austausch ist fester und regelmäßiger Bestandteil der Forschungsarbeit. Innerhalb der eigenen Arbeitsgruppe an der eigenen Universität ist es leicht, sich mit anderen auszutauschen, man besucht sich gegenseitig im Büro oder trifft sich bei einer Tasse Kaffee. Um in Kontakt mit anderen Arbeitsgruppen zu treten, existieren Konferenzen oder auch Workshops (kleine Konferenzen mit vielen Möglichkeiten für Diskussionen). Man könnte auch sagen, das Ziel dieser Veranstaltungen ist, den wissenschaftlichen Austausch zwischen Forschenden anzuregen und zu ermöglichen. 

Ich habe vor kurzem mit meiner Doktorarbeit angefangen und damit auch den Schritt in die Forschung gewagt. Und so war es nun an der Zeit für meine erste Konferenz. Zu Beginn der Veranstaltung waren meine beiden Ängste, nichts zu verstehen und keinen Anschluss zu finden, noch da, ich merkte jedoch schnell, dass ich mir keine Gedanken machen muss. Da es sich um einen Workshop handelte, der verschiedene Bereiche der Medizin und Technik miteinander vereint, gab es (glaube ich) keine Person, die von allen vorgestellten Themen tiefgehendes Hintergrundwissen besaß. Somit war die Veranstaltung so ausgelegt, dass man auch ohne wahnsinnig viel Hintergrundwissen zumindest die Essenz der vorgestellten Forschung begreifen konnte. Und bei fachspezifischeren Abschnitten in Vorträgen wurde mir im Nachhinein von einigen Teilnehmenden versichert, dass sie nur etwas verstanden haben, wenn es Überschneidungspunkte mit ihren eigenen Forschungsthemen gab. 

 

Es gab unterschiedliche Vortragsformate. Einstündige Übersichtsvorträge, sogenannte Keynotes, vermittelten einen Überblick über ein bestimmtes Forschungsfeld und stellten es für alle (auch für mich) verständlich dar. Neben den Keynote-Vorträgen hatten andere Teilnehmende die Möglichkeit, innerhalb von 20 Minuten ihr Forschungsthema zu präsentieren. Jeder Vortrag war von einer kurzen Diskussion gefolgt, in der das Publikum Fragen klären und Anmerkungen machen konnten. Diese kurzen Vorträge waren sehr unterschiedlich, manche Vortragenden haben ihr Forschungsthema sehr zugänglich präsentiert, andere verloren sich in Berechnungen. Glücklicherweise waren die meisten dieser Vorträge jedoch ersterer Art. Neben den Vorträgen gab es noch Postersitzungen. Forschende, die keinen Vortrag hielten, haben stattdessen ein wissenschaftliches Poster vorbereitet. Auf solch einem Poster stehen möglichst übersichtlich viele Informationen über die jeweilige Forschungsarbeit. So kann man bei den Postersitzungen von einem Poster zum nächsten gehen und sich mit dem jeweiligen Vorstellenden über seine oder ihre Forschung unterhalten. Ich habe mich bei diesen Postersitzungen zurückgehalten, weil ich mich nicht mit dummen Fragen blamieren wollte. Im Nachhinein bin ich mir sicher, dass ich die simpelsten Fragen hätte stellen können und trotzdem eine geduldige und freundliche Antwort bekommen hätte. Aber nun gut, ich habe nicht gefragt und habe mir stattdessen nur die Unterhaltungen vor den Postern angehört. Es war sehr spannend, wie divers die Komplexität der Unterhaltungen war! Häufig wurde zunächst das Thema an sich dargestellt, die Forschungsfrage erläutert und Methoden und Ergebnisse präsentiert. Auf Nachfrage wurden hierbei Grundlagen erklärt, da nicht alle Teilnehmenden alle Fachbereiche kennen konnten. Es wurden aber auch, insbesondere wenn die Zuhörer ähnliche Forschungsansätze verfolgten, weiterführende Fragen gestellt, es wurde diskutiert, wie mit Rückschlägen umgegangen wurde, welche Maßnahmen man ergreifen könnte, um bessere Methoden zu erzielen, wie Ergebnisse zu deuten sind und so weiter. Manche Zuhörer ergriffen die Chance, um von der eigenen Arbeit zu erzählen, falls es als hilfreich für den Präsentierenden erachtet wurde. Und häufig endete ein solcher Austausch vor einem Poster damit, dass sich die Gesprächsteilnehmenden zu spannenden Forschungsarbeiten beglückwünschten. Es machte mir viel Spaß, von Poster zu Poster zu gehen und Diskussionen zu lauschen. Und mir wurde schnell klar, dass es nicht schlimm ist, einige Zusammenhänge nicht zu verstehen oder nachfragen zu müssen. Bei dieser Erkenntnis halfen mir viele Unterhaltungen, die ich mit anderen Teilnehmenden geführt habe.

 

Es stellte sich schnell heraus, dass selbst der schüchternste Mensch Anschluss bei der Konferenz gefunden hätte. Die Veranstaltung war darauf ausgelegt, dass man mit anderen Teilnehmenden in Kontakt und ins Gespräch kam. Neben den Vorträgen und Postersessions gab es Kaffeepausen (die während der Postersessions stattfanden), aber auch viele andere Möglichkeiten, mit anderen in Kontakt zu treten. Es fällt mir schwer, auf Menschen zuzugehen und eine Unterhaltung anzufangen und ohne die vielen Pausen und Anlässe, die der Workshop bot, um soziale Kontakte zu knüpfen, hätte ich den Workshop vermutlich alleine verbracht. So aber habe ich gleich in der ersten Kaffeepause mit einem netten Studenten sprechen können, der kurz vor Abschluss seines Studiums stand und seine Abschlussarbeit präsentierte, und mit einer Doktorandin, die an Therapiemöglichkeiten für Augen forschte. Später konnte ich während des Sportprogramms, das angeboten wurde, mit weiteren Menschen sprechen und das gemeinsame Grillen und die Laborführung, die am ersten Abend des Workshops stattfanden, haben glaube ich auch für die schüchternsten Menschen genug Raum geboten, Gespräche anzufangen. Falls nicht, gab es genug extrovertierte Teilnehmende, die einen nur zu gerne in ein Gespräch verwickelt haben. 

 

Also hätte ich mir keine Gedanken machen müssen, ich habe mich nie allein gefühlt und verstehen konnte ich auch genug, um fasziniert von den vorgestellten Themen zu sein. Und da waren vielleicht interessante Themen dabei! Eine Forschungsarbeit hat sich mit der Messung von der Herzratenfrequenz mithilfe von Kameras beschäftigt, eine Wissenschaftlerin forschte an einer Elektrostimulationstherapie, mithilfe derer Querschnittsgelähmte ihre Bewegungsfähigkeit verbessern können, verschiedene Sensoransätze, die kleinste Magnetfelder des Körpers detektieren können, wurden präsentiert und noch vieles mehr. 

In allen Forschungsarbeiten wurde deutlich, wie eng die Forschenden der Technik und Naturwissenschaften untereinander aber auch mit der medizinischen Forschung zusammenarbeiten. Diese Erkenntnis, aber auch das Erlebnis, so viele Forschende aus anderen Städten und Ländern kennenzulernen und mich mit auszutauschen, ist das, was mir von dieser Konferenz am besten in Erinnerung bleiben wird.  

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Recent Publications

A. Kittmann, C. Müller, P. Durdaut, L. Thormählen, V. Schell, F. Niekiel, F. Lofink, D. Meyners, R. Knöchel, M. Höft, J. McCord, E. Quandt, Sensitivity and Noise Analysis of SAW Magnetic Field Sensors with varied Magnetostrictive Layer Thicknesses., Sens. Actuators A, 311, 111998 (2020). doi: https://doi.org/10.1016/j.sna.2020.111998

N. Lukat, R.-M. Friedrich, B. Spetzler, C. Kirchhof, C. Arndt, L. Thormälen, F. Faupel, C. Selhuber-Unkel, Mapping of magnetic nanoparticles and cells using thin film magnetoelectric sensors based on the delta-E effect Sens. Actuators A, 309. 112023, (2020), https://doi.org/10.1016/j.sna.2020.112023

A. Galka, S. Monntaha, M. Siniatchkin, Constrained Expectation Maximisation Algorithm for Estimating ARMA models in State Space Representation, EURASIP Journal on Advances in Signal Processing, Springer Nature, accepted (March 2020).

 

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